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Teutonia Gaustadt liefert das Meisterstück ab

Das Endspiel war gekommen, in der Partie zwischen der DJK Teutonia Gaustadt und dem SV Pettstadt sollte der letzte Kreisligist für die kommende Saison gefunden werden.

Jonas Reinfelder (li.) macht den Deckel mit seinem Tor zum 4:1 in diesem alles entscheidenden Relegationsspiel um den Aufstieg in die Kreisliga drauf.

von Hendrik Kowalsky für anpfiff.info

Im Stadion des TSV Hirschaid sollte diese Ansetzung natürlich eine Menge Dramatik beinhalten, schließlich muss der Verlierer mit dem Ziel vor Augen die Segel streichen und im nächsten Jahr Kreisklasse spielen. Dementsprechend äußerte sich auch Teutonia-Spielertrainer Daniel Rinbergas, "wir wollen jetzt natürlich auch aufsteigen, alles andere wäre eine Riesenenttäuschung".

Durch die starke Vorstellung in vor Runde zuvor gegen Altendorf setzte die DJK jedenfalls ein Ausrufezeichen, der Respekt vor den Pettstadtern war aber natürlich vorhanden. SVP-Trainer Daniel Hollet wusste um die Schwere der Aufgabe, sah seine Mannschaft dennoch gut vorbereitet.

Mit dem Sieg im Nervenkrimi gegen Weichendorf im Rücken wollte man den letzten Strohhalm ergreifen, musste dabei jedoch kurzfristig auf Kapitän Michael Rausch verzichten. Um kurz vor 17 Uhr war alles angerichtet, bei Kaiserwetter und großer Kulisse konnte der letzte Showdown beginnen. Pettstadt steht gut und kontert Rinbergas-Führung postwendend In einer ausgeglichenen Anfangsphase suchten beide Teams zunächst ihre Formationen und Abläufe, Kampfgeist und Einsatzwille stimmten von Beginn an, die nötige Präzision im Angriffsspiel blieb jedoch auf der Strecke. Bei den Teutonen lief natürlich Vieles über Spielertrainer Daniel Rinbergas, der mit den Abräumern Andreas Mikitow und Sebastian Düsel dahinter alle Freiheiten nach vorne genoss und die schnellen Außenbahnen einzusetzen versuchte.

Pettstadt hingegen versuchte aus der tief stehenden Dreierkette heraus über das ballsichere Zentrum die offensive Dreierreihe um Steffen Schwandner in Szene zu setzen, ließ aber meist die nötige Genauigkeit im letzten Zuspiel vermissen. Einzig bei Standardsituationen sollte hüben wie drüben ein Hauch von Torgefahr aufkommen, nennenswerte Abschlussgelegenheiten gab es aber nicht zu sehen. Es dauerte bis zur 29. Minute, ehe die erste echte Möglichkeit dieses Spiels zu notieren war und diese sollte direkt Folgen haben. Denn als sich DJK-Spielertrainer Rinbergas in rund 20 Metern Torentfernung und halbrechter Position einen Freistoß zurecht legte, verlud Rinbergas den Pettstadter Schlussmann Dominik Eberlein und traf ins rechte Eck zum 1:0 für Gaustadt!

Da sah Eberlein natürlich nicht gut aus, in die Torwartecke segelt der Freistoß, das ist das Risiko des Spekulierens beim Freistoß. Nun war der SVP also gefordert, die bisher zahnlose Offensivabteilung musste zulegen und das tat sie dann auch. Nur drei Minuten nach dem Gegentor konnte sich der bis dahin glücklose Kevin Pfeuffer auf dem rechten Flügel durchsetzen, zog in den Strafraum und legte auf den mitgelaufenen Steffen Schwandner quer, der aus sieben Metern zum postwendenden 1:1-Ausgleichstreffer einschob! Pettstadt gab also die bestmögliche Antwort und stellte die Uhren sofort wieder auf null, beinahe wäre in der 37. Minute sogar der Führungstreffer geglückt.

Nach Einwurf zu Oscar Idarraga Sarria konnte der Spanier an der Strafraumgrenze Tempo aufnehmen und aus 17 Metern abschließen, sein Schlenzer auf die rechte Ecke segelte jedoch um wenige Zentimeter vorbei. Bis zum Pausenpfiff des praktisch fehlerfreien Schiedsrichters Christian Sinne erspielte sich die Mannschaft von Trainer Daniel Hollet weitere Vorteile und schien mit dem schnellen Ausgleich Selbstbewusstsein getankt zu haben, ein weiterer Treffer fiel aber nicht mehr.

 

So ging es dann beim Stand von 1:1 in die Kabinen und man durfte gespannt sein, wer im zweiten Durchgang den womöglich entscheidenden Treffer erzielen könnte. ? Gaustadt kontert sich zum Sieg Nach dem Seitenwechsel dauerte es keine Minute, ehe die Pettstadter zu ihrer nächsten Gelegenheit kamen. Nach Flanke von Kevin Pfeuffer verpasste Steffen Schwandner jedoch die Führung und scheiterte per Kopf an DJK-Torhüter Johannes Hüttner, der das Leder aus acht Metern noch um den Pfosten lenkte. In der Folge präsentierte sich das Spiel relativ ausgeglichen, weiterhin stand Pettstadt sehr sicher, ließ kaum Lücken in der eigenen Hälfte und konnte das Umschaltspiel der Teutonen gut unterbinden. Die Gaustadter blieben daher offensiv recht harmlos und beschränkten sich auf einfache fußballerische Mittel, die aber meist nur im Ansatz ihr Ziel erfüllen sollten.

In der 61. Minute wurde dann Daniel Rinbergas mit einem hohen Ball in die Spitze geschickt und als die Pettstadter Defensive das Leder unglücklich passieren ließ, netzte der frei in den Strafraum ziehende Spielertrainer per tollem Heber zum 2:1 für die DJK ein! Geniestreich von Rinbergas, mit dem traumhaften Lupfer aus 14 Metern überwand der bayernliga-erfahrene Coach den herausstürzenden SVP-Keeper Dominik Eberlein und stellte damit die Weichen auf Sieg für seine Teutonia. Die gewann durch den neuerlichen Führungstreffer bedeutend an Sicherheit, Pettstadt musste nun mehr riskieren und Räume preis geben, was den nominellen Gastgebern und ihrer bekannten Konterstärke natürlich in die Karten spielte. In der 69. Minute hätte Daniel Rinbergas dann eigentlich den Dreierpack schnüren müssen, nachdem sich Jonas Reinfelder auf der rechten Außenbahn gegen Christian Reinwand durchtanken konnte und dem Spielertrainer den Ball optimal servierte, verstolperte Rinbergas jedoch aus elf Metern und ließ die mögliche Vorentscheidung liegen.

Nur eine Minute später versuchte es Andreas Mikitow mit einem Schlenzer aus rund 23 Metern, Dominik Eberlein ließ sich aber nicht übertölpeln und lenkte das Spielgerät über die Latte. Der nächste Treffer lag in der Luft, mit viel Tempo ging es nun hin und her, die Teutonen besaßen jedoch klare Vorteile und konnten diese in der 72. Minute nutzen. Denn als Jonas Reinfelder erneut mit dem Ball am Fuß Tempo aufnehmen und durch des Gegners Hälfte marschieren konnte, ließ er zunächst Gegenspieler Tobias Lang stehen, ehe er auch an Keeper Eberlein vorbei zog und aus zwölf Metern zum 3:1 einschoss! Damit war das Tor zur Kreisliga weit offen, Riesenjubel in der Gaustadter Fankurve, der Aufstieg war zum Greifen nahe.

 

Der SVP aber war noch nicht gewillt aufzugeben und kämpfte verbissen um den Anschluss, zehn Minuten vor Spielende bot sich Kevin Pfeuffer auch eine klare Chance zum 2:3. Nach Zuspiel in die Gasse scheiterte der wieselflinke Rechtsaußen jedoch an DJK-Verteidiger Jan-Luca Kabitz, der den Ball vor der Torlinie retten konnte und damit den Vorsprung für Gaustadt hielt. Die Hollet-Elf warf nun alles nach vorne, machte hinten auf und bekam in der 83. Minute den vierten Gegentreffer eingeschenkt. Wieder war es Jonas Reinfelder, der ähnlich wie bei seinem ersten Treffer mit Tempo und dem Ball am Fuß in den Strafraum eindrang, seinen Gegenspieler sowie Dominik Eberlein stehen ließ und lässig ins rechte Eck zur endgültigen Entscheidung einschob! Damit war der Kuchen natürlich gegessen, die Teutonen würden den Aufstieg schaffen, Pettstadt den Abstieg nicht verhindern können. Die Schlussminuten läuteten bei den 1191 zahlenden Zuschauern daher nur die Feierlichkeiten der Blau-Gelben ein und so blieb es schlussendlich beim 4:1 für die DJK Gaustadt.

 

 Mit dem Treffer zum 4:1 in der 83. Minute machte Jonas Reinfelder den Sieg perfekt und ließ die Gaustadter Feierlichkeiten beginnen. Teutonen feiern Schlüsselspieler, Pettstadt verpasst das Wunder Insgesamt geht der Sieg für die Teutonia in Ordnung, zwar erspielten sich die Pettstadter phasenweise leichte Vorteile und ließen lange Zeit kaum etwas zu. Nach ordentlicher erster Halbzeit brachte eine Unstimmigkeit nach rund einer Stunde den SVP jedoch auf die Verliererstraße. Diesen Rückstand wusste man nicht mehr umzubiegen, mit den nötigen freien Räumen kamen die Gaustadter im Anschluss zu Konterchancen fast im Minutentakt und nutzte durch den pfeilschnellen Jonas Reinfelder zwei dieser Möglichkeiten aus. Wäre das Team des scheidenden Trainers Daniel Hollet in Führung gegangen, hätte die Begegnung sicherlich in eine andere Richtung laufen können. Hätte, wenn und aber hilft jedoch nichts, am Ende steht der Abstieg des SV Pettstadt in die Kreisklasse fest und dieser Realität wird man sich nun stellen müssen. Abgestiegen ist man dabei sicher nicht in den letzten Wochen, sondern in den ersten zwei Dritteln der Saison, als man viel zu viele Punkte liegen ließ und daher das Erreichen der Relegation schon als Erfolg werten musste. Diese Sorgen sind in Gaustadt meilenweit entfernt, durch den Erfolg im Relegationsfinale feiert die DJK Gaustadt nach dreijähriger Abstinenz die ersehnte Rückkehr in die Kreisliga.

 

Gleich in seinem ersten Jahr als Spielertrainer führt Daniel Rinbergas also die stolzen Teutonen ins Oberhaus der Kreisebene und trägt daran mit seiner Präsenz und den Toren einen erheblichen Anteil, konnte sich jedoch auch auf seine Mannschaftskollegen verlassen. Mit 77 Punkten spielte man in der KK1 eine hervorragende Runde und krönte diesen nun mit zwei 4:1-Siegen in der Relegation, in der das Team die Kreisliga-Tauglichkeit mit Nachdruck unter Beweis stellte. Diesen Aufstieg hat man sich in Gaustadt ohne Zweifel verdient, daher bleibt zum Abschluss neben einem herzlichen Glückwunsch an den ausrichtenden TSV Hirschaid für eine perfekte Organistation nur noch eines zu sagen: Viel Spaß in der Kreisliga, Teutonia Gaustadt! 

 

 Tore: 1:0 Rinbergas (30.), 1:1 Schwandner S. (32., Pfeuffer K.), 2:1 Rinbergas (62., Reinfelder J.), 3:1 Reinfelder J. (72.), 4:1 Reinfelder J. (83.)

Gelbe Karten: Böhnlein - Halten/Trikotziehen (81.) / Eberlein M. - Foulspiel (48.), Reinwald C. - Foulspiel (53.)

Zuschauer: 1191 | Schiedsrichter: Christian Sinne (FC Adler Weidhausen 1919) 1,0

 

 Stimmen zum Spiel:

 Daniel Rinbergas Spielertrainer DJK Gaustadt) "Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft, die Jungs haben sich das absolut verdient. Sie haben sowohl in der regulären Saison, als auch in der Relegation nach Rückschlagen niemals aufgesteckt, immer weiter gemacht und alles für den Erfolg gegeben. Es war heute nicht einfach, Pettstadt hat bis zum 2:1 mindestens auf Augenhöhe gespielt, nach dem 2:1 hätte ich dann eigentlich das 3:1 machen müssen, habe den Ball aber falsch berechnet und nicht gut getroffen. Danach konnten wir aber die Treffer nachlegen und dürfen jetzt feiern. Die Unterstützung der Fans war wieder klasse, wir fahren jetzt mit dem Bus zum Vereinsheim zurück und werden die Hütte dann abreißen, heute geht keiner schlafen."

 

 Johannes Bergen (Im freudetrunkenen Doppelinterview mit Jonas Reinfelder) "Es war heute lange Zeit nicht einfach, das 2:1 hat es uns dann etwas leichter gemacht. Wir wissen, was wir am Jonas haben, der uns mit seiner Schnelligkeit dann die entscheidenden Treffer gebracht hat. Respekt aber an den SV Pettstadt, sie haben alles reingehauen und uns das Leben sehr schwer gemacht, umso glücklicher sind wir, dass wir es gepackt haben. Die Fans haben heute bei uns wieder die Extra-Meter herausgekitzelt, es ist einfach nur geil, dass wir den Aufstieg gepackt haben. Die Ansetzung am Pfingstsonntag ist natürlich super, wir werden es jetzt richtig krachen lassen und den Aufstieg genießen. "

 

 Daniel Hollet (Trainer SV Pettstadt) "Wir haben heute bis zum 2:1 ein gutes Spiel gezeigt, standen defensiv sehr sicher und konnten uns Torchancen erspielen. Die Mannschaft hat alles rausgehauen, ist teilweise über ihr körperliches Limit gegangen und konnte nach dem neuerlichen Rückstand nicht mehr zurückschlagen. Wenn man sieht, woher wir in dieser Saison kommen, war die Relegation ein Erfolg. Auf uns hat keiner mehr einen Pfifferling gegeben, dennoch kamen wir zurück und hatten heute die Chancen. Die vergangenen Jahre waren für mich sehr besonders, der SV Pettstadt ist mein Heimatverein. Nach zwölf Jahren im Verein gehe ich nun leider mit dem Abstieg, dennoch ist mir das Team natürlich ans Herz gewachsen und macht mir den Abschied schwer. "

 

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